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Die Elterninitiative der Goetheschule Darmstadt

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Pressemitteilung des Elternbeirats der Goetheschule Darmstadt

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- Hard Facts - 

Ein Skandal ohne Gleichen

  • 800.000 € an bewilligten Mitteln zum Neubau der Sporthalle an der Goetheschule sind nicht mehr verfügbar
  • 1,1 Millionen €, die für 2009 budgetiert waren, sollen ersatzlos gestrichen werden
  • Nach dem Abriss der alten Turnhalle im Sommer 2008 hinterlässt die Stadt Darmstadt einen gewaltigen Krater und will den Neubau bis 2011 vertagen
  • Der Sportunterricht an der Goetheschule kann nur noch eingeschränkt stattfinden, die Zahl der Wochenstunden wurde reduziert. Die Notlösungen der Schule gefährden den regulären Unterrichtsablauf und die Gesundheit der Schulkinder Sportvereine verlassen das Viertel, weil ihnen die Trainingsmöglichkeiten fehlen
  • Dessen ungeachtet will die Stadt an der Modernisierung des Friedensplatzes festhalten – ein Statusprojekt „ohne Not“ für den Standort Darmstadt
  • Die Eltern der Goetheschulenkinder, unterstützt von einer breiten Öffentlichkeit, fordern die Stadt Darmstadt auf von der Modernisierung des Friedensplatzes abzusehen und die neue Sporthalle an der Goetheschule wie beschlossen und geplant zu bauen
  • „Öffentliche Turnstunde“ am Freitag, 26.9.2008, 15 Uhr vor dem Darmstadtium veranstaltet vom Schulelternbeirat, eingeladen sind neben Kindern und Eltern die Stadtverordneten die politisch Verantwortlichen
  • Erfolg: der "2009 Wirtschaftsplan IDA" wird zum 30.09.2008 zurückgewiesen, um eine erneute Prüfung der Finanzierbarkeit der Turnhalle Goetheschule vornehmen zu können.
  • Die finale Entscheidung soll am 30.10.2008 fallen

 

Pressemitteilung

Die Stadt Darmstadt will den Friedensplatz verschönern, die Nordumgehung bauen, aber für den Wiederaufbau der abgerissenen Sporthalle der Goetheschule ist kein Geld da. Ein handfester Skandal, der die Eltern der Goetheschulenkinder auf die Barrikaden treibt. 

700.000 € von den in 2007 bewilligten 1,5 Millionen € sind angeblich für Planung und Abriss der alten Turnhalle ausgegeben. Die verbleibenden 800.000 € für 2008 sind schlicht und ergreifend gestrichen. Die beantragten Mittel für 2009 sollen bis 2011 aus dem Wirtschaftsplan der IDA gestrichen werden. Was bleibt, ist ein gewaltiges Loch neben der Goetheschule und 340 Grundschüler, deren ohnehin schwierige Situation sich noch dramatisch verschlimmert hat. Der Elternbeirat der Goetheschule, gestützt auf eine breite Zustimmung aus der Bevölkerung, von Vereinen und Verbänden sowie auf der politischen Ebene, hat deshalb eine breite Initiative gestartet.

Es war ein zähes Ringen um die Bewilligung des Kostenrahmens für Abriss und Neubau der Turnhalle der Goetheschule Darmstadt. Das Verfahren zog sich über fünf Jahre hin. Doch mit Beschluss vom 27.11.2007 wurden schließlich 1,5 Mio € für den „2008 Wirtschaftsplan IDA“ sowie 1,1 Mio. € für den „2009 Wirtschaftsplan IDA“ genehmigt. Ein Glücksmoment für alle Eltern und Lehrer der Goetheschule, schließlich sollte schon in den Sommerferien 2008 der Abriss der alten Halle erfolgen und der Neubau der Sporthalle „bis zur zweiten Hälfte des Schuljahres 2008/2009 fertiggestellt werden.“ (Zitat: Magistratsvorlage Nr. 2007/0436 vom 13.03.2008).

Der Anfang war auch tatsächlich vielversprechend. Nach den Sommerferien war von der alten baufälligen Turnhalle nur noch ein großes betoniertes Loch übrig. Sollte also alles nach Plan laufen?

Weit gefehlt: Durch eine Bürgerfrage erfahren Mitglieder des Elternbeirats eher zufällig, dass vom Budget für 2008 rund 700.000 € für Planung und Abriss ausgegeben wurden. Der Rest sei „weg“. Das ändert auch eine erneute Nachfrage nicht: 800.000 € an bewilligten Mitteln sind einfach „weg“. Keine Erklärung, kein Kommentar.

Doch es kommt noch schlimmer: Der Neubau der Sporthalle taucht im „2009 Wirtschaftsplan IDA“ gar nicht mehr auf. Erst 2011 soll das Thema wieder auf die Tagesordnung kommen. Damit stehen unter dem Strich 1,9 Mio. € an für den Neubau der Sporthalle beschlossenen Geldern nicht mehr zur Verfügung und die Schüler der Goetheschule ohne geeignete Sporthalle dar. In der Turnhalle boten verschiedene Vereine Sport für Kinder und Jugendliche an. Diese Vereine haben das Johannesviertel verlassen, weil ihnen die Trainingsräumlichkeiten fehlen. Die wichtige Kinder- und Jugendarbeit der Sportvereine im Viertel wird deutlich eingeschränkt.

Während Bund, Krankenkassen und Kinderschutzorganisationen bereits seit Jahren vor den massiven Folgen des Bewegungsmangels bei Kindern und Jugendlichen warnen und ein Programm nach dem anderen auflegen, dreht die Stadt Darmstadt dem Schulsport in der Goetheschule den Hahn zu. Ein Skandal, der seinesgleichen sucht.

Doppeltes Gesundheitsrisiko für die Goetheschüler

Deutschlands Kinder seien zu dick, heißt es seit 2003 in zahllosen Artikeln und Vorträgen. Und die Gründe dafür lägen nicht etwa in der ungesunden, fettreichen Ernährung, sondern im akuten Bewegungsmangel, der bereits bei Grundschülern spürbar festzustellen sei. Die Folgen seien nicht nur kurzfristig in einer verzögerten motorischen und geistigen Entwicklung zu suchen, sondern insbesondere langfristig in einem massiv ansteigenden Risiko für schwere Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck und weitere „Volkskrankheiten“.

Für die Kinder der Goetheschule kommt jedoch erschwerend ein weiteres Gesundheitsrisiko hinzu. Denn zumindest die unteren 2 Jahrgangsstufen müssen für den Schulsport in einen Raum ausweichen, der für Bewegungsspiele denkbar ungeeignet ist – den Großgruppenraum der Schule, der generell für den Musikunterricht sowie für Veranstaltungen der Schule genutzt wird. Der Großgruppenraum, der „Mittelpunkt“ der Goetheschule, ist ein gewaltiger, mit Teppichboden ausgelegter Raum, dessen Außenseiten von leuchtend roten Rippenheizkörpern flankiert sind. Richtig: die Goetheschule muss den Schulsport in einem Raum veranstalten, in dem ein glatter Teppichboden zum Ausrutschen einlädt und freistehende großvolumige Heizkörper den Prellbock für die stürzenden Kinder bilden. Der Ersatzunterricht muss also mit angezogener Handbremse erfolgen. Dennoch bestätigen erste Unfälle mit erheblichen Verletzungen, dass dieses Risiko nicht tragbar ist.

Die Stadt Darmstadt ignoriert dieses doppelte Gesundheitsrisiko für die Goetheschüler. Nachdem die Zahl der Wochenstunden im Fach Sport für das laufende Schuljahr ohnehin schon von drei auf zwei Stunden reduziert wurde, sehen sich die Kinder jetzt einer zusätzlichen Gesundheitsgefährdung ausgesetzt. Aber auch damit ist der Skandal noch nicht vollumfänglich beschrieben.

Standort-Glamour statt soziale Verantwortung

Während die Bedürfnisse der Goetheschüler zugunsten der Haushaltskonsolidierung mit Füßen getreten werden, wird das Aufpolieren des Standorts Wissenschaftsstadt Darmstadt weiter auf Hochtouren betrieben. Ein aktuelles Projekt, das offensichtlich höher priorisiert wird als die neue Grundschul-Sporthalle, ist die Modernisierung des Friedensplatzes. Es klingt unfassbar, ist aber eine Tatsache: Die Stadt Darmstadt will auf Kosten von Gesundheit und Bildung von Grundschülern ein Millionen schweres Status-Projekt umsetzen, das ohne jeden Zweifel keine akute Not hat. Die Elterninitiative der Goetheschule fordert deshalb, das Projekt Friedensplatz zu verschieben und die freiwerdenden Mittel mit sofortiger Wirkung in den Neubau der Sporthalle an der Goetheschule zu investieren.

Elternaktion auf breiter Front
Die Eltern der Goetheschulenkinder mobilisieren im gesamten Einzugsgebiet der Goetheschule auf breiter Front gegen die Neubaustopp. Den Auftakt der Initiative bildete ein „Sportunterricht unter freiem Himmel“ am 26. September 2008 auf dem Vorplatz des Darmstadtiums – nicht zufällig nur wenige Meter vom Friedensplatz entfernt. Mit der friedlichen Demonstration wurde plakativ auf den Notstand in der Goetheschule hingewiesen. Eingeladen waren neben der lokalen Presse auch alle politischen Entscheider bis hin zu Frau Ministerin Zypriess.

Fortgesetzt wird dieser Auftakt durch eine Unterschriftenaktion sowie eine Vielzahl weiterer Projekte, die den Druck auf die Regierung aufbauen und verstärken sollen. Die Eltern haben einen langen Atem – sie werden auch mit Blick auf das kommende Jahr nicht ruhen, bis der Neubau der Goetheschule steht und die Kinder zu ihrem Recht gekommen sind. Unterstützung ist immer gerne willkommen!

 

Kontakt:
Elternbeirat der Goetheschule Darmstadt
Ilse Koss
Tel. 0160 90530604
Email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.

 

Schlagzeilen

Elternaktion auf breiter Front: Die Eltern der Goetheschulenkinder mobilisieren im gesamten Einzugsgebiet der Goetheschule auf breiter Front gegen die Neubaustopp. Den Auftakt der Initiative bildete ein „Sportunterricht unter freiem Himmel“ am 26. September 2008 auf dem Vorplatz des Darmstadtiums – nicht zufällig nur wenige Meter vom Friedensplatz entfernt. Mit der friedlichen Demonstration sollte plakativ auf den Notstand in der Goetheschule hingewiesen werden. Eingeladen waren neben der lokalen Presse auch alle politischen Entscheider bis in zu Frau Ministerin Zypriess. Fortgesetzt wird dieser Auftakt durch eine Unterschriftenaktion sowie eine Vielzahl weiterer Projekte, die den Druck auf die Regierung aufbauen und verstärken sollen. Die Eltern haben einen langen Atem – sie werden auch mit Blick auf das kommende Jahr nicht ruhen, bis der Neubau der Goetheschule steht und die Kinder zu ihrem Recht gekommen sind.